Digital:Relaunch – Konferenz und Seminare zur Digitalen Transformation

Nach der Umbenennung von Relaunch Konferenz zu Digital:Relaunch zeigte sich das vom CMS Hersteller Infopark ins Leben gerufene Digitalisierungs-Event in neuem Gewand – und lässt doch einiges beim Alten.

Die durchaus beeindruckende Kulisse des direkt an der („Media“)-Spree gelegenen Musiker-Hotels nhow sorgt zunächst für einen würdigen Empfang – Popkulturelle Referenzen zieren aber nicht nur die Wände.

Die Referenten werden vom Gitarristen Stephan Bienwald und dessen erst sanften, dann immer nachdrücklicheren Tönen an das Ende ihrer Redezeit erinnert, was sehr charmant aber auch sehr effektiv ist: Keinem der Marketing- und Key-Note-Spezialisten gelingt es, die Bühne ungestresst zu räumen.

So viel Digitalisierung...

... und so wenig Konkretes!

Über Digitalisierung wird viel geredet in letzter Zeit. Von Agilen Methoden, Silodenken, "Labs", Künstlicher Intelligenz und Automatisierung.

Aber wo fängt man eigentlich an? Ganz konkret?

Konkrete Antworten gibt's hier.

Und was gab’s von denen zu hören?

Einen Rundumschlag verschiedener Marketing-Themen, die irgendwie alle in eins mündeten: Die Aufrüttelung der zahlreich anwesenden Mittelständler für das Drängen der Digitalen Transformation und die Notwendigkeit von Umschwüngen in Unternehmenskulturen. Die Speaker aus verschiedenen Wirtschaftsbranchen und der Forschung waren sich hier in vielem einig – und in einer Frage erstaunlich uneins: Wie denn nun ganz konkret im etablierten Unternehmen mit dieser Digitalisierung begonnen werden solle. Eine Frage, die mehrfach aus dem Publikum gestellt wurde – aber so konkret wollte dann doch niemand werden.

Nachdem Bernd Völcker (Infopark) in den Tag leitete und den Auftakt machte, stellte mit Daniela Drees (Head of Digital Acceleration Team, Nestlé) eine profilierte Digitalisierungsexpertin den kulturellen Wandel in ihrem Unternehmen vor: Mediennutzung und Transparenz waren hier ebenso Hauptziele der Transformation wie die Erschließung neuer Absatzkanäle für die verschiedenen Marken. Als Beispiele wurden iPad-Terminals für die Neu-Positionierung von Maggi am POS (an der Gemüseinsel) und die Corporate Responsibility gegenüber den Verbrauchern genannt.

Digital:Relaunch Konferenz 2019, Foto © Dominik Tryba/ Infopark

Philipp Depiereux von etventure übernahm und machte es zu seinem Anliegen, die Mittelständler als „Bewahrer der Wertschöpfung“ zu beschwichtigen: Es sei nicht falsch, zu bewahren, doch um zu bewahren, müsse man sich der Digitalisierung stellen. Seiner Ansicht nach kann das nur über Botschafter-Teams aus dem Kern-Unternehmen gehen, die einen geschützten Raum für Innovation gestellt kriegen.

Sudan Jackson (Manager Organisational and Cultural Development, REWE Digital) forciert mit seinem Vortrag den Blick auf Unternehmens-Kulturen und betont zugleich, wie wichtig Kritikfähigkeit und Skepsis sind – insbesondere im Hinblick auf das Überthema: „Hört auf zu glauben, Innovation heißt, Ressourcen zu verbrauchen, um komplett Neues zu kreieren. Hört auf, immer Sachen zu disrupten!“ Auch zu Bescheidenheit ruft Sudan Jackson auf: „Seid nicht verzogene Bengel!“ rufe er den Mitarbeitern im Unternehmen gern zu.

Auch der Vortrag von Big Data-Experte, Data Scientist, AI-Spezialist und Künstler Florian Dohmann (CEO Birds on Mars) gerät kurzweilig: „Ich glaube, dass der Mensch wieder cool wird. Momentan wird ja Künstliche Intelligenz sehr gehyped. Ich denke, die HI, die Human Intelligence, wird das nächste große Ding“, sagt der Berater für AI-Anwendungen nicht ohne Selbstironie. Bei Birds on Mars verstehe man sich ohnehin eher als Klempner denn als Startup. Dohmann schlägt so den Bogen – er nennt es: „Connecting Intelligences“ – von künstlicher über menschliche bis hin zur Organisations-Intelligenz („das trockene Brötchen, das die saftige Frikadelle im Burger umgibt“). Er vergisst jedoch nicht darauf hinzuweisen, wie schwach KI-Anwendungen einerseits tatsächlich noch sind, und wie sie dennoch zielführend eingesetzt werden können – es fehle aber „die Awareness, überhaupt zu verstehen, was man alles machen kann.“

Florian Dohman | Birds on Mars | Youtube
Den Vortrag von Florian Dohmann (birds on mars) kann man in Infoparks Youtube-Channel nachhören.

Dr. Holger Schmidt (Digital Economist, Autor) versuchte, eben diese Awareness zu schaffen: Am – zugegeben etwas fadenscheinigen – Beispiel des Alibaba.com-Ökosystems, das mit 300.000 Transaktionen in der Sekunde wirklich viele Userdaten generiert, mit denen wiederum mächtige KI-Instrumente gefüttert werden können, hielt der Netzoekonom ein Plädoyer für den Einzug von Plattform-Systemen auch im europäischen Mittelstand. Zumindest die Funktionsprinzipien lassen sich Schmidt zufolge auch „im Kleinen“ implementieren und gewinnbringend nutzen.

Thomas Witt (Infopark, Scrivito) erläutert in seiner unnachahmlichen Art (Katzenbilder! Emojis!) das Konzept des Serverless CMS und die Einsparungspotenziale der Auslagerung von Services und Technologien in die Infrastruktur- und Kenntnissphären der jeweiligen Spezialisten. Die zur Publikumsaktivierung herangezogenen Memes und Katzenbilder kamen nicht mehr zum Einsatz – es blieben keine Fragen offen.

Constantin Gonzales (Principal Solutions Architekt, Amazon Web Services) stellte – völlig zurecht – ein zentrales Buzzword zur Disposition und fragt: Warum kommen denn auf einmal alle wieder darauf, den Kunden in den Mittelpunkt zu rücken? Ob das denn nicht immer schon so gewesen sei? Gonzales erinnert an ein Henry Ford zugeschriebenes Bonmot: „Hätte ich den Kunden gefragt, was der wirklich wolle, hätte der gesagt: Ein schnelleres Pferd.“ Natürlich hat ein unbestechliches System dem tradition-biased menschlichen Bedürfnis einige Vorteile.

Sudan Jackson | Rewe DigitalAuch den Vortrag von People Dude Sudan Jackson (REWE Digital) kann man (gestückelt) in Infoparks Youtube-Channel nachhören.

Mit Joachim Köhler (Gründer und Geschäftsführer #openspace), Dr. Florian Resatsch (V/CO, Viessmann), Dominik Grau (Verlagsleiter Fachinformation, Tagesspiegel), Susanne Nitsche (Head of Innovation Lab, ALBA) und Gabriele Horcher (Kommunikationswissenschaftlerin) konnten noch weitere Experten ihre Sicht auf die Digitale Transformation anhand von Beispielen aus der Forschung bzw. von Best Practices aus den eigenen Unternehmen zum Besten geben.

Moderiert wurde die Veranstaltung gewohnt kompetent, flüssig, kurzweilig von Christoph Salzig (pi://ip) und Alex Steffen ("Digitaler Stratege").

Tag zwei der Digital:Relaunch widmete sich mit vier parallelen Seminaren der tieferen Durchdringung aller Tags zuvor beackerten Themen:

#OpenSpace bot einen Workshop, in der Digitalstrategien schrittweise in kleinen Teams konzipiert und durchgespielt werden konnten - von Methoden zur Ideenfindung bis zur Implementierung einzelner Strategien.

Infopark kümmerte sich mit einem Tages-Seminar um die Veränderungen im brandneuen CMS Fiona 8 sowie in Scrivito um Web-Entwickler, Admins und System Integratoren.

Im zeitgleich stattfindenden Workshop Digitale Strategien ging es um grundlegende Methoden zeitgemäßen Arbeitens wie Design Thinking und Fragen rund um den Themenkomplex User Experience und UI.

Das Seminar Digital Leadership von Digital-Stratege Alex T. Steffen widmete sich derweil Fragen der Arbeits- und Organisations-Entwicklung.

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