Der Branchenreport Industrie 2017: Erfüllen die Webseiten deutscher Industrieunternehmen endlich die Bedürfnisse ihrer Nutzer?

Pinuts Branchenreport Industrie 2017 Cover

Pinuts veröffentlicht zum zweiten Mal den Branchenreport Industrie, eine umfassende Studie zu den Webauftritten deutscher Industrieunternehmen. Die Bewertung umfasst 120 Industrieunternehmen sowie mehr als 100 Auswertungskriterien und greift wichtige Fragestellungen aus dem Vorgängerreport von 2014 erneut auf. Geprüft wurden technische Hygienefaktoren, Sicherheitsvorgaben, SEO-Kriterien sowie CX-Komponenten. So beantworten wir erneut die Frage: Auf welchem technischen und inhaltlichen Niveau befinden sich die Webseiten deutscher Industrieunternehmen?

Der Branchenreport Industrie: zweite Auflage des erfolgreichen Formats

In der zweiten Auflage des erfolgreichen Branchenreport Industrie stellen die Experten von Pinuts erneut die Webseiten deutscher Industrieunternehmen auf den Prüfstand. Im Branchenreport Industrie 2014 stellten wir fest, dass es merkliches Verbesserungspotenzial gibt. Die Webseiten deutscher Vorzeigeunternehmen konnten in vielen Bereichen der Suchmaschinenoptimierung und der Customer Experience nicht mit gängigen Standards mithalten. Wie sieht es nun drei Jahre später aus - konnten die Performancelücken geschlossen werden? Wir stellen in unserer Übersicht ausgewählte Ergebnisse des Reports vor.

Aufbau & Methodik

Wie auch bei der ersten Auflage des Reports beschränkten wir uns in der Untersuchung auf deutsche Industrieunternehmen mit einer gewissen Größe. So sollte die Vergleichbarkeit mit den vorherigen Ergebnisse sowie der Ergebnisse untereinander gewährleistet werden. Die Bewertung umfasst 120 Industrieunternehmen, unter anderem aus den Bereichen Maschinenbau, Automotive, Elektrotechnik und Automation. Die Unternehmen haben einen Umsatz zwischen 300 Millionen Euro und 5 Milliarden Euro. Die Mitarbeiterzahlen liegen pro Unternehmen zwischen 400 und 55.000. 

Branchenreport 2017 Branchenverteilung Donut Chart

Technische Grundlagen - Ladegeschwindigkeit und Co.

Die technischen Grundlagen einer Webseite sind heute wichtiger denn je, denn sie beeinflussen nicht nur die Stabilität der Seite selbst, sondern auch andere Faktoren wie die Zugänglichkeit für Suchmaschinen, die User Experience (bspw. durch die Ladegeschwindigkeit) und die Sicherheit des Auftritts. Obwohl sich die Auswertung auf hauptsächlich auf Hygienefaktoren beschränkte schnitten einige Webseiten selbst bei den Grundanforderungen überraschend schlecht ab. So waren viele der Webseiten überdurchschnittlich groß; die größte untersuchte Webseite umfasste sogar ganze 14,4 MB.

Branchenreport 2017 Verteilung Seitengröße Säulendiagramm

Mobile Optimierung - Grundlegende Voraussetzung moderner Webseiten

Die Mobile Optimierung ist so wichtig für moderne Webseiten, dass sie im Report als eigenes Kriterium aufgeführt wird, obwohl sie sowohl den Kapiteln UX als auch SEO zugeordnet werden könnte. Ohne Mobile Optimierung kann eine Webseite nicht modern sein. Im Oktober 2016 überholte die globale mobile Internetnutzung erstmals die Nutzung über einen Desktop. Desktop-Zugriffe lagen in diesem Monat bei 48,7%, mobile Zugriffe bei 51,3%. Auch im B2B-Bereich wächst der Anteil der mobilen Internetnutzung. Die untersuchten Webseiten spiegeln diesen Trend wieder. 72,5% der Webseiten waren mobil optimiert - dies stellt eine komplette Umkehr der vorherigen Statistik dar. 2014 waren nur 28% der Webseiten für die mobile Nutzung optimiert. Damit sind aber fast ein Drittel der Webseiten immer noch nicht mobilfreundlich. Bedenkt man, dass Nutzer fünf Mal häufiger von einer mobilunfreundlichen Webseite abspringen, wird deutlich, wie viel Potenzial hier verschenkt wird.

Branchenreport 2017 Mobile Optimierung Donut Chart

SEO - Die Strategie der Sichtbarkeit

SEO - kurz für Search Engine Optimisation oder Suchmaschinenoptimierung - ist von einer Nischendisziplin zu einem der wichtigsten Aspekte des modernen Internetauftritts herangereift. Einige SEO-Hygienefaktoren werden auf den untersuchten Seiten gut gepflegt, während andere trotz der steigenden Popularität von SEO noch eher vernachlässigt werden. Sprechende URLs verwendeten 2014 92% der Unternehmen. Diese Zahl hat in den letzten drei Jahren überraschenderweise ab- statt zugenommen. Die Verwendung einer XML Sitemap ist von 35% auf 52% gestiegen. Dies ist immer noch sehr niedrig, da eine Sitemap eines der wichtigsten Instrumente zur Verbesserung der Crawlability einer Seite für Suchmaschinen darstellt.

Branchenreport 2017 Ausprägung sprechende URLs und XML Sitemap Nutzung

Der moderne Kundendialog - Inbound Marketing und Lead-Management

Der moderne Kundendialog spricht den mündigen Nutzer an und unterstützt ihn bei seiner Suche nach Information. Zu den wichtigsten Instrumenten gehören Newsletter, Social Media und Content Marketing. Die Disziplin des Inbound Marketings vereint diese Erwartungen. Das Unternehmen präsentiert sich über verschiedene Kanäle für Kunden und Interessenten und gibt diesen so die Möglichkeit, autonom Informationen zu sammeln. Gleichzeitig kommen Leadgenerierungsinstrumente zum Einsatz, um die frei zur Verfügung gestellten Inhalte wertschöpfend einzusetzen. Lediglich 12,5% der untersuchten Seiten betreiben einen Blog und nur 10% setzten Permission-Schranken zur Leaderfassung ein.

Branchenreport 2017 Inbound & Lead Gen Donut Charts

Sicherheit und Datenschutz - Grundbedürfnisse müssen erfüllt sein

Sicherheit und Datenschutz werden immer wieder zum Diskussionsthema. Vor allem deutsche Nutzer legen sehr großen Wert auf den transparenten und sicheren Umgang mit ihren persönlichen Daten. Das kann für Unternehmen zur Stolperfalle werden. Immerhin 83% der untersuchten Webseiten haben ein Webcontrolling oder Tracking-Tool im Einsatz. Zu den beliebtesten Tools zählen die deutsche Lösung etracker, die englische open source Plattform Piwik und das bekannteste und am meisten eingesetzte Webcontrolling-Tool auf der Welt, Google Analytics. Von den Websites welche Tracking oder Webcontrolling einsetzen verweisen 97% rechtskonform in ihren AGBs auf den Einsatz dieser Tools. Zusätzlich zu diesem Hinweis muss auch unbedingt die Anonymisierung der gesammelten IP-Adressen beachtet werden. Dies ist bei der Verwendung von Google Analytics über das eigens dafür entwickelte Plugin AnonymizeIp möglich. Knapp die Hälfte (46%) der Unternehmen mit Google Analytics im Einsatz nutze dieses Plugin jedoch nicht und sammelte vollständige und nachverfolgbare IP-Adressen.

Branchenreport 2017 Faktoren zu Sicherheit und Datenschutz Säulendiagramm

Fazit

Deutsche Industrieunternehmen sind weltweite Vorreiter in Sachen Technologie und Innovation. Doch wenn es um den Webauftritt geht, haben sie klaren Nachholbedarf. Die Untersuchung zeigt Mängel in den unterschiedlichsten Bereichen auf, von Sicherheit über SEO bis hin zu UX. Viele dieser Problemstellungen können leicht und isoliert behoben werden, andere erfordern ein Neudenken der Unternehmenskommunikation. Es gibt sowohl Platz für Quick Wins als auch für langfristiges Umdenken, denn meistens fehlt nicht nur ein Newsletter, sondern ein grundlegendes Verständnis für moderne Kundenkommunikation. 

  • Kundenbedürfnisse werden an vielen Stellen noch nicht erfüllt

  • Rechtskonforme Datenerhebung muss einen höheren Stellenwert einnehmen

  • Es gibt Nachholbedarf in der Lead-Generierung und im Lead-Management

  • An vielen Stellen könnte bereits mit Quick Wins weiteres Potenzial ausgeschöpft werden

Sind Sie mit Ihrem Webauftritt zufrieden?

Pinuts Branchenreport Industrie 2017 Cover

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Erfahren Sie im ausführlichen Branchenreport unter anderem,

  • welche SEO-Kriterien wichtig sind.
  • welche Datenschutzkriterien beachtet werden müssen.
  • wie Elemente der Lead-Generierung eingesetzt werden sollten.

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