Styleguides in Industrie und B2B: Antrieb für den Auftritt

In der Industrie - insbesondere im spezialisierten Mittelstand - wird das Umwerben von Interessenten und Neukunden oft sträflich unterschätzt.

Doch auch im B2B-Bereich muss sich die eigene Markenidentität in der Außenwirkung niederschlagen.

Der Verweis auf die Qualität der eigenen Produkte reicht nicht aus.

Der Styleguide ist auch im B2B der Leitfaden, der diesen Auftritt steuert: Nach innen wie außen. Als solcher ist er ein Baustein für gelungene User Experience.

Gerade im Industrie- und/oder B2B-Umfeld heißt es oft: Wir stehen für Qualität und Präzision. Unsere Produkte sprechen für sich.

Je nach Anspruch und Unternehmenszielen kann das sogar stimmen: Zum Beispiel, wenn Wachstum gar nicht erst vorgesehen ist. Alle anderen müssen sich mit der Frage auseinandersetzen: Wie sollen Neukunden überhaupt erst überzeugt werden?

UX und Styleguide: Etiquette auch für die Kundenbindung

Lesen Sie im ersten Teil unserer Styleguides-Serie:

1. Wozu UX und all das?

Einfach gesagt: Eine wohlgeformte integrierte Kommunikation hilft dem User dabei, sich zurecht zu finden.

Die Website-Struktur gibt zwar die Orientierung vor - eine konsistente grafische Ausarbeitung sorgt dann dafür, dass der User sich auf der Suche nach den gewünschten Informationen bestätigt sieht. Aufbau, Gestaltung und Tonalität müssen also "belohnende" Wirkung haben.

So vergrößert sich die Chance, den User stärker zu binden. Allgemein, weil sein ästhetisches Empfinden nicht gestört (ideal: geschmeichelt) wird und konkret, weil längere Aufenthalte auf der Webseite tendenziell auch zu mehr Interaktion führen - im besten Fall also zu einem neuen Lead, einem neuen Kunden.

Binden Sie daher Touchpoints wie Kontaktformulare, Permissionschranken und dergleichen ein, um Leads zu entwickeln - achten Sie aber darauf, dass auch diese Elemente in Einklang mit Ihrem Markenauftritt stehen, um den User nicht durch grafischen Schock zu verprellen.

Lingscars hat eine der hässlichsten Webseiten der Welt. Aber sie tut was sie soll.

Quelle: Screenshot Lingscars.com // t3n kuratiert hier die hässlichsten Webseiten der Welt. Natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Die Web-Präsenz der (wirklich netten!) Berliner Kneipe Arcanoa fehlt beispielsweise.

Zusammengefasst:

  • Chaotische und inkonsistent wirkende Webseiten können User von der Interaktion abhalten.

  • Die Farb- und Formensprache und die Tonalität anderer Außenauftritte (Werbung, POS, Messestand, Broschüre, Briefkopf, etc.) muss im Online-Auftritt wiederholt werden, damit der User das Unternehmen sofort wiedererkennt.

  • Auch "nüchterne" Elemente wie Kontaktformulare oder gar Datenblätter sollten vom Styleguide beeinflusst werden, damit der User immer wiederkehrenden Kontakt mit dem Branding hat und nicht vor den Kopf gestoßen wird.

88 Fragen zum Relaunch

Der Website-Relaunch betrifft nicht nur Look & Feel und Funktionalität der Website selbst. Die zu klärenden Fragen setzen früher an. In unserer Checkliste finden Sie sie übersichtlich nach Kategorien sortiert.

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2. Worlds Apart? Styleguides im B2B und B2C

Traditionell ist der B2B-Bereich immer etwas nüchterner und sachlicher gestaltet, als emotionsgeladene Webseiten oder Kampagnen, die sich an Consumer richten. Geschäftskunden und -partner sind schließlich darauf angewiesen, vor allem die schnöden Fakten schnell auf dem Schirm zu haben.

Nichtsdestotrotz macht beispielsweise der Designer Carsten Schmitz (Schmitz&Wiesner / So Many People) keinen fundamentalen Unterschied zwischen diesen Welten:

Eigentlich gibt es kaum einen Unterschied. Es kommt eher darauf für wen der Styleguide letztendlich gedacht ist. Die Frage lautet also: Wer arbeitet damit?

Grundsätzlich sollte der Styleguide alle relevanten markenbildenden Elemente abdecken, von der Strategie bis hin zur Mikrotypogrphie. Im Besten Fall sollte der Kern der Marke, das Markenleitbild emotional dargestellt werden. Wenn also ein Unternehmen cheeky oder credible cool wirken soll, dann muss ich das adäquat darstellen.

Art Directorin Liané Hübner legt ebenfalls Wert auf die Markenwerte und -Identität: Styleguides verankern die Identität und definieren anhand von bestimmten Parametern das Gesicht der Marke.

Carsten Schmitz von Schmitz&Wiesner, Liané Hübner, Art Directrice

Carsten Schmitz ist Design-Chef bei der Berliner Kreativagentur Schmitz und Wiesner. Er sagt, Designsprache muss "akzentfrei" sein, um eine progressive Botschaft zu transportieren.

Liané Hübner kennt als langjährige Art Directorin das Geschäft mit der Optik von Kunden- wie von Agenturseite. Feste Styleguides sind kaum noch möglich, sagt sie: Wir müssen mit der technischen Entwicklung gehen.

3. Ausblick: Styleguide in Serie

Im dritten und letzten Teil der Serie schauen wir uns an, was damit gemeint sein kann: "mit der technischen Entwicklung gehen". Dazu sammeln wir Beispiele für Styleguides aus den letzten Jahren. Wir veranschaulichen uns die Entwicklung und stellen zeitgemäße Praktiken vor.

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