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Ist Mobile First noch sinnvoll?

Vor einigen Jahren sorgte "Mobile First" als Designtrend fĂŒr große Aufmerksamkeit. Da die mobile Internetnutzung rasant zunahm, forderten vielen Frontend-Designer zuerst die "kleine Variante" einer Website zu entwerfen, bevor die Desktopversion gestaltet wird. Bis heute hĂ€lt sich die Devise hartnĂ€ckig. Da die Anzahl unterschiedlich großer EndgerĂ€te kontinuierlich steigt (z.B. Phablets oder breite Fernseher, die zum Surfen genutzt werden), sollte "Mobile first design" neu interpretiert werden, um einen optimalen Nutzen daraus zu ziehen.

Wie kann Mobile First optimal genutzt werden?

Zu Beginn eines neuen Projektes gibt es fĂŒr das Frontend-Design grundsĂ€tzlich drei denkbare AnsĂ€tze:

  • Man betrachtet die kleinsten MobilgerĂ€te zuerst.
  • Man konzentriert sich am Anfang auf die grĂ¶ĂŸtmöglichen GerĂ€te.
  • Man startet wie gewohnt mit einer klassischen Desktop­ansicht mit einer Breite von rund 960 Pixeln.

Die Verfechter der klassischen "Mobile First"-Devise fordern, dass die Konzeption eines Webprojekts beim kleinsten Viewport beginnt und im weiteren Verlauf auf grĂ¶ĂŸere Bildschirme ausgeweitet wird. Wenn man die Vorgehensweise allerdings etwas offener betrachtet, sind einige Variationen denkbar, die nicht nur den Design-Prozess optimieren, sondern auch dafĂŒr sorgen, dass die neu gestaltete Website deutlicher auf die BedĂŒrfnisse der Nutzer zugeschnitten ist.

So kann die Konzeption fĂŒr unterschiedliche Viewports entweder linear (also klassisch von klein zu groß) oder parallel (also schrittweise fĂŒr alle DisplaygrĂ¶ĂŸen) erfolgen, jeweils abhĂ€ngig von den voraussichtlichen Nutzungsszenarien. DarĂŒber hinaus lĂ€sst sich Mobile First auf einzelne Abschnitte des Projektverlaufs beziehen (v.a. die Bereiche Konzeption, Design und Umsetzung) oder es kommt als Devise fĂŒr den Gesamtprozess zum Einsatz.

Inwieweit Mobile First Design sinnvoll ist, lĂ€sst sich leider nicht allgemeingĂŒltig sagen. Bezogen auf die einzelnen Projektphasen lassen sich hingegen klare Mehrwerte erkennen.

Mobile First in der Planungsphase

Am Anfang der Konzeptionsphase ist „Mobile First“ zweifelsfrei von großem Nutzen, da der geringe Platz auf einem Smartphone-Viewport zur Fokussierung auf die wichtigsten Inhalte zwingt. Aus „Mobile First“ wird also „Content First“. Anstatt von vornherein eine große FlĂ€che mit (teils unwichtigen) Inhalten, Modulen und Elementen zu fĂŒllen, stehen die wichtigsten Komponenten des Designs im Vordergrund.

So bringt Mobile First nicht nur einen Gewinn fĂŒr die Gestaltung, sondern auch fĂŒr die Usability und die Customer Experience der Website-Besucher. Durch das geringe Platzangebot sowie die erzwungene Priorisierung der Inhalte und Funktionen werden vor allem solche Elemente umgesetzt, die voraussichtlich den grĂ¶ĂŸten Nutzen fĂŒr die jeweiligen Zielgruppen bzw. Personas des Unternehmens bringen.

Designphase unter Mobile First Device

Ein „Mobile­ First­“-Ansatz beim Design ist dann die richtige Wahl, wenn sich die mobile Variante stark von der stationĂ€ren unterscheidet. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn spezielle Funktionen mobiler GerĂ€te (z.B. Touch­steuerung, Lokali­sierung oder Ausrichtung des GerĂ€ts) die Gestaltung des Interface stark beeinflussen oder wenn das mobile Interface tendenziell in Richtung Web-App gehen soll. Wenn auf der Website nur in geringem Maße zwischen mobiler und stationĂ€rer Nutzung unterschieden wird, kann problemlos auf die parallele Gestaltung der einzelnen Inhaltselemente gesetzt werden.

Mobile First in der Entwicklungsphase

Inwieweit die Devise "Mobile First" auch in der Entwicklungsphase eine Rolle spielt, hĂ€ngt stark vom Verlauf der vorangegangenen Projektabschnitte ab. Wenn sich aus der Konzeption und dem Webdesign ergibt, dass mobile Elemente sehr dominant und inhaltlich entscheidend sind, sollte sich das auch in der Entwicklungsphase widerspiegeln. Wenn hingegen die klassische Desktopansicht fĂŒr die Website-Nutzer wichtiger ist, sollte die mobile Optimierung der Elemente etwas in den Hintergrund rĂŒcken.

In jedem Fall sollte man beachten, dass die konkrete Umsetzung flexibel bleibt und sich die Entwicklung nicht zu frĂŒh "in kleine Details verrennt". UnabhĂ€ngig von der Art der Umsetzung wird es im Laufe des Prozesses sehr wahrscheinlich zu unerwarteten Anpassungen kommen - selbst bei Elementen, die eigentlich schon als abgeschlossen galten. Beispielsweise bedingt ein gestalterisches Problem auf Smartphone-Ebene hĂ€ufig auch eine nachtrĂ€gliche Anpassung des Designs fĂŒr grĂ¶ĂŸere Displays.

Was sind die Vorteile des Mobile First Designs?

GrundsĂ€tzlich gilt: Konzepter, Designer und Entwickler mĂŒssen parallel denken und miteinander arbeiten. Dann kann „Mobile First“ einen großen Nutzen fĂŒr jedes Webprojekt bringen.

Gerade zum Beginn der Konzeption ist die Fokussierung auf die mobile Website-Darstellung sinnvoll - beispielsweise in der Skribble-Phase, wenn das Layout grob skizziert wird. In dieser frĂŒhen Phase dient Mobile First vor allem als Ansatz, um die elementaren BedĂŒrfnisse der kĂŒnftigen Website-Besucher in den Vordergrund des Designs zu stellen und diese auf dem kleinsten denkbaren Display abzubilden.

Im Laufe des Prozesses sollten das mobile Layout und das Desktop-Layout dann möglichst parallel entstehen, um auf allen GerĂ€ten eine klare, nutzerorientierte Darstellung zu erreichen. Denn mit Mobile First soll nicht etwa das Smartphone in den Mittelpunkt der Nutzung gestellt werden, sondern ausgehend von den eingeschrĂ€nkten gestalterischen Möglichkeiten auf dem Smartphone soll ein ganzheitlich optimiertes Nutzererlebnis erreicht werden.

Lesedauer: 4 Minuten
Kategorie
Design
Schlagworte
WebdesignFrontend
Autor
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Torben Naujokat

Autor

Torben kĂŒmmert sich bei Pinuts um die Website-Inhalte, das Content Marketing und die regelmĂ€ĂŸigen Newsletter. Im Blog gibt er hilfreiche Tipps fĂŒr ambitionierte Online-Marketer.

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